Flüchtlinge erfolgreich ausgebildet

Junge Flüchtlinge lassen sich gut in den Arbeitsmarkt integrieren, wenn Politik und Kostenträger es wollen. Symbolfoto: KJF/Winfried Karg
25. Juli 2019

Flüchtlinge lassen sich gut in den hiesigen Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft integrieren, wenn man auf die Stärken des Einzelnen eingeht, gut vernetzt ist und man das alles mit einem Höchstmaß an Flexibilität organisiert. Dieses Fazit zieht das Sozialunternehmen KJF Augsburg nach den in diesem Sommer erfolgreich bestandenen Abschlussprüfungen.

„Wir zeigen: es geht, wenn Politik und Kostenträger es wollen und die Rahmenbedingungen stimmen“ sagt Markus Mayer, Vorstandsvorsitzender der KJF. Sein Unternehmen hat im Berufsbildungs- und Jugendhilfezentrum Dürrlauingen bei Burgau das sogenannte „Dürrlauinger Modell“ entwickelt und angewendet. Insgesamt 29 junge Männer wurden gemäß diesem Modell aufgenommen; zwei von ihnen wurden während der Maßnahme von den Behörden ausgewiesen, die anderen 27 haben inzwischen alle einen Gesellenbrief oder einen Abschluss als Fachpraktiker bei IHK oder Handwerkskammer erworben und auch einen Arbeitsplatz. Und wenn die Integration in die Berufswelt klappt, ist auch die Integration in die Gesellschaft gut möglich: die Absolventen haben durchweg gut Fuß gefasst, kommen mit der deutschen Sprache zurecht und haben auch die hiesigen Lebensgewohnheiten und Werte verstehen und schätzen gelernt.

Zum Erfolgsrezept der Dürrlauinger Einrichtung gehört, dass man es schon immer verstanden hat, die Stärken des einzelnen herauszuarbeiten und jeden dementsprechend gezielt zu fördern. Das ist nur möglich, weil man in der Einrichtung über 30 verschiedene Berufe erlernen kann; dadurch ist es möglich, für jeden einen Beruf zu finden, der seinen Stärken entspricht. Und daher sind auch unter den 27 Absolventen verschiedene Berufe vertreten, unter anderen Bäcker, Raumausstatter und Autofachwerker.

Die jungen Flüchtlinge waren im Durchschnitt gut dreieinhalb Jahre in Dürrlauingen. Diese Schnelligkeit war nur möglich, weil ihr Alltag von Anfang in einer klaren Struktur mit Sprachkursen, Ausbildung, Berufsschule und Freizeit vorgegeben war. „Die enge Zusammenarbeit von Ausbildern und Betreuern im Wohnbereich mit den Berufsschullehrkräften und Fachdiensten hatte immer das Ziel, den einzelnen jungen Menschen in seiner Entwicklung voranzubringen – mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt“, so Markus Mayer. (wk)